Die Figur unter strenger Kontrolle: Bei der Magersucht drehen sich die Gedanken nur noch um Essen, Gewicht und Schlanksein
Magersucht (Anorexia nervosa) ist eine Essstörung, die vor allem bei Teenagern und jungen Erwachsenen vorkommt. Frauen trifft sie deutlich häufiger als Männer. Charakteristische Symptome sind:
- ein starker, selbst verursachter Gewichtsverlust bis hin zum Untergewicht: Magersüchtige hungern, vermeiden hochkalorische oder besonders fetthaltige Speisen, treiben exzessiv Sport, tun alles um ihr Gewicht zu senken.
- die falsche Überzeugung, trotzdem noch zu dick zu sein:
Auch wenn sie bis auf die Knochen abgemagert sind, sehen die Betroffenen an ihrem Körper noch etliche "Problemzonen", finden Speckpolster wo gar keine sind. Körperschemastörung nennen Mediziner dieses Phänomen.
UNSER EXPERTE: Dr. Lars Wöckel
- als Folge der Unterernährung kommt es zu hormonellen Veränderungen. Die Regelblutung bleibt aus, bei jungen Mädchen setzt sie gar nicht erst ein.
Von der Magersucht abzugrenzen ist die Bulimie (Bulimia nervosa). Die Betroffenen sind hier meistens normal- oder leicht übergewichtig. Sie haben immer wieder Heißhungeranfälle mit regelrechten Essattacken gefolgt von selbst herbeigeführtem Erbrechen oder dem Missbrauch von Abführmitteln. Es handelt sich um eine andere, häufigere Form der Essstörung. Bulimische Episoden – also Heißhungeranfälle oder Essattacken mit anschließendem Erbrechen – kommen aber auch bei einer Form der Magersucht vor. Eine Magersucht kann außerdem in eine Bulimie übergehen und umgekehrt. Häufiger ist allerdings der Übergang von einer Magersucht in eine Bulimie.
Eine dritte, weitere Form einer Essstörung, ist das sogenannte Binge Eating. Die Betroffenen sind meistens übergewichtig und haben häufig Heißhungeranfälle mit Essattacken. Eine Gewichtsreduktion durch Erbrechen oder andere aktive Maßnahmen wird nicht herbeigeführt.
Bei der Behandlung der Magersucht hat sich die Psychotherapie bewährt. Parallel dazu muss das Untergewicht mit seinen negativen Folgen für den Körper behoben und ein normales Essverhalten wieder neu erlernt werden.
Schätzungen zufolge sind rund 0,5 Prozent der Mädchen und Frauen zwischen 15 und 35 Jahren magersüchtig. Weitaus mehr Menschen sind gefährdet. Die Störung ist keine "Modeerscheinung", sondern seit mehr als hundert Jahren bekannt. Sie kommt hauptsächlich in Überflussgesellschaften vor, die schlanke Körperformen zum Ideal erhoben haben. Die Essstörung kann chronisch werden und lebensgefährlich sein. In immerhin 10 bis 15 Prozent der Fälle endet sie tödlich.
Auch Männer können magersüchtig werden. Experten schätzen ihren Anteil auf etwa zehn Prozent. Die Symptome sind bei Männern und Frauen sehr ähnlich. Männer versuchen allerdings häufiger, ihr Gewicht vor allem durch übertriebenes Training oder körperliche Aktivität zu senken.
www.apotheken-umschau.de;
13.09.2005, aktualisiert am 17.04.2012
Bildnachweis: W&B/Privat, Jupiter Images GmbH/Goodshot
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung